Startseite Programm Wiss. Programm PV 2: Roboterassist. Chirurgie

Roboterassist. Chirurgie

Universität Oldenburg
11. September 2008: 14:00-15:00 UHR

Prof. Dr. Tim Lüth

Zentralinstitut für Medizintechnik
Lehrstuhl Mikrotechnik und Medizingerätetechnik
Technische Universität München, 85748 Garching
Internet: http://www.mimed.de
und University of Toronto

Sitzungsleiter: Prof. Dr.-Ing. Andeas Hein

 

 

Die computergestützte Chirurgie mit ihren zwei großen Gebieten „Navigation und Robotik“ ist seit 20 Jahren ein sehr wichtiges Forschungsgebiet, das bereits in erheblichem Umfang fester Bestandteil des klinischen Alltags geworden ist. Deutschland ist zusammen mit den USA, England und Frankreich von der ersten Stunde an wissenschaftlich mitführend. Die Koordinatenmesstechnik, die Basis sowohl der Navigation als auch der Robotik ist, erlaubte auch erstmals die Aufzeichnung und Quantifizierung von Behandlungsergebnissen nach
physikalischen Prinzipien. Während die ersten Systeme in erster Linie groß, beeindruckend und nur begrenzt hilfreich waren, gibt es heute ein breites Spektrum von Navigationssystemen wie Robotersystemen in der Praxis für die unterschiedlichsten Anwendungen. Einfache Systeme mit einem großen Markt sind etabliert, während viele Spezialdisziplinen noch völlig ohne Unterstützung auskommen müssen. Andererseits haben sich beispielsweise medizinischer Robotersysteme innerhalb der letzten 2 Jahre auf ein Niveau entwickelt, dass mehr Umsatz als beim größten Deutschen Hersteller von Industrierobotern
erzielt wird.


Im Vortrag wird der Stand der Technik der chirurgischen Robotik und der chirurgischen Navigation anhand der Entwicklung der letzten 10 Jahre vorstellt und das gesamte Spektrum der Anwendungen aufgezeigt. In der Robotik hat sich in der Forschung der Trend von großen Robotern zu kleinen Spezialmanipulatoren entwickelt. In der Navigation hat sich
der Trend von der präoperativen Bildgebung über die Realtime-Bildgebung zur funktionalen Bildgebung entwickelt. Dies hatte auch Auswirkung auf Verfahren wie Navigated-Control, das aktuell auch bereits Nerv-Signale in die Leistungssteuerung der Instrumente integriert und eine kontinuierliche Modellierung des Effektor-Gewebeverhaltens einschließt. Beide Gebiete „Navigation und Robotik“ erleben durch die Problematik der Weichgewebschirurgie seit 2007 einen Forschungs- und Entwicklungsschub. Bei dieser Anwendung muss das Gewebeverhalten
(Verformung, Trennung, etc.) kontinuierlich modelliert werden.

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